
Warschau 1898
- Cuernavaca/ Mexiko 1980
Am 16. Mai 1898 wird Tamara de Lempicka in Warschau als Maria
Gorski, Tochter einer großbürgerlichen Familie, geboren. In Lausanne
und bei Verwandten in St. Petersburg verbringt die Künstlerin ihre
Jugend. 1916 heiratet Lempicka in St. Petersburg den Anwalt Tadeusz
Lempicki. 1918 flüchtet sie, zusammen mit ihrem Mann und ihrer Familie
vor der russischen Revolution nach Paris.
Dort sucht Tamara de Lempicka eine lukrative Beschäftigung und zugleich
Anschluss an die Pariser Gesellschaft, wobei ihr die Portraitmalerei
hilfreich ist. Die Kunst war Teil ihrer standesgemäßen Erziehung
gewesen, und Tamara hatte sich auch schon früh für die Malerei, die sie
auf Reisen hatte sehen können, begeistert. 1922 kommt Tamara, zusammen
mit ihrer Schwester Adrienne, im Herbst zur ersten Ausstellung ihrer
Bilder im Salon d'Automne. um besser in die gehobenen französischen
Kreise komme zu können, fügt sie in dieser Zeit ihrem Namen auch das
französische "de" zu.
Mit der Schreibweise ihrer Signatur experimentiert de Lempicka bis
1925. Die Künstlerin verwendet die männliche Form ihres Namens, sie
gibt sich als Künstler aus. Ihre erste Einzelausstellung in Mailand hat
de Lempicka Ende 1925 und tritt nun auch als Frau in Erscheinung. In
der Académie Chaumière und bei Maurice Denis und André Lhote, nimmt die
Künstlerin in den 20er Jahren Malunterricht .
Tamara de Lempicka widmet sich vorwiegend der Bildnis- und
Portraitmalerei. Nur wenige Stilleben, Stadtlandschaften oder abstrakte
Kompositionen finden sich in ihrem Oeuvre. Ihre Modelle findet de
Lempicka nicht zuletzt in der osteuropäischen Oberschicht, die sich im
Exil in Paris trifft.
Die erfolgreichste Schaffensphase de Lempickasfindet um 1935 ihr Ende.
Die Malerei verliert ihren metallischen Charakter und verflacht formal
wie auch inhaltlich. Die Künstlerin emigriert 1939 mit ihrem zweiten
Mann, dem ungarischen Baron Raoul Kuffner, in die USA. Zunächst leben
die Beiden dort in Beverly Hills, ab 1943 dann in New York. Nach dem
Krieg kehrt Tamara de Lempicka zeitweise noch einmal nach Paris zurück.
Die Künstlerin verlegt ihren Wohnsitz nach dem Tod ihres Mannes 1962
aber endgültig nach Houston, Texas, wo ihre Tochter Kizette lebt. Die
Künstlerin versucht sich ab Ende der 1950er Jahre in abstrakter Malerei
und Anfang der 1960er Jahre in spätimpressionistisch wirkenden
Spachtelbildern. Mit diesen Bildern bleibt de Lempicka jedoch
erfolglos. Mit einer Ausstellung zur Kunst der 1920er Jahre in Paris
1966 und einer monografischen Retrospektive, organisiert 1972 von Alain
Blondel, erwacht erneut das Interesse an den Bildern Tamara de
Lempickas. 1978 zieht sie nach Mexiko; ihr Alter mag sie nicht
akzeptieren und sucht noch einmal die Nähe zur Jugend. Tamara de
Lempicka stirbt am 18. März 1980 in Cuernavaca, Mexiko.